
Mainz/Oberwesel. Wie arbeitet eigentlich ein Parlament? Wie entstehen politische Entscheidungen? Und wie fühlt es sich an, selbst im Plenarsaal zu sitzen und über ein aktuelles Thema zu diskutieren? Genau das konnten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8c und 8d der Heuss-Adenauer Mittelrhein-Realschule plus Oberwesel bei ihrem Besuch im Landtag Rheinland-Pfalz am 17. August erleben.
Gemeinsam mit ihren Lehrern Herrn Kurt, Herrn Hunz und Herrn Krapf ging es nach Mainz. Dort erhielten die Jugendlichen zunächst einen Einblick in die Arbeit des Landtags und beschäftigten sich mit der Frage, was Politik und Demokratie eigentlich mit ihrem eigenen Alltag zu tun haben. Danach lernten sie, wie der Landtag arbeitet und welche Aufgaben ein Landesparlament übernimmt.
Besonders spannend wurde es anschließend beim Rollenspiel im Plenarsaal. Dafür wurden die Schülerinnen und Schüler in drei fiktive Fraktionen eingeteilt. Jede Fraktion musste sich zunächst organisieren und einen Vorsitzenden wählen. Hamza Al Tahla übernahm den Vorsitz der violetten Fraktion, Taim Albushi führte die gelbe Fraktion und Phillipp Mattausch stand der roten Fraktion vor. Paul Monschauer übernahm als Landtagspräsident die Leitung der Sitzung. Im Mittelpunkt der Debatte stand eine Frage, die viele Jugendliche unmittelbar betrifft: „Sollte Social Media erst ab 16 Jahren erlaubt sein?“
Zunächst tauschten sich die Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Fraktionen aus, sammelten Argumente und verständigten sich auf eine gemeinsame Position. Danach ging es in die eigentliche Debatte. Im Plenarsaal wurde engagiert diskutiert, widersprochen, nachgehakt und für die eigene Position geworben. Dabei zeigte sich schnell, dass es bei politischen Fragen selten nur eine einfache Antwort gibt. Die Jugendlichen setzten sich mit den Chancen und Risiken sozialer Medien auseinander und diskutierten darüber, ob ein gesetzliches Mindestalter tatsächlich sinnvoll wäre. Am Ende wurde abgestimmt. Die Mehrheit sprach sich gegen ein Verbot von Social Media für unter 16-Jährige aus.
Das Rollenspiel machte deutlich, wie politische Entscheidungen entstehen: Argumente müssen ausgetauscht, unterschiedliche Meinungen ausgehalten und Mehrheiten gefunden werden. Für die Schülerinnen und Schüler war es damit eine gute Gelegenheit, Demokratie nicht nur im Unterricht zu besprechen, sondern selbst zu erleben. Zum Abschluss wurde der Tag gemeinsam ausgewertet und die Schülerinnen und Schüler konnten Rückmeldung zu ihren Eindrücken geben.
Für die Klassen 8c und 8d war der Besuch im Landtag ein besonderer Schultag und vor allem eine Gelegenheit, Politik dort kennenzulernen, wo sie tatsächlich gemacht wird.