
Am offiziellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ermöglichte die Friedrich-Ebert-Stiftung ein bewegendes Live-Interview mit der Holocaust-Überlebenden Ruth Melcer. An der Online-Veranstaltung nahmen deutschlandweit mehr als 5.000 Jugendliche teil, darunter auch die Klasse 9a der RS plus Oberwesel.
Der 27. Januar ist in Deutschland sowie bei den Vereinten Nationen ein zentraler Gedenktag für die Millionen Menschen, die dem Holocaust zum Opfer fielen, sowie für die Überlebenden. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager KZ Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Dabei wurde das ganze Ausmaß der menschenverachtenden Ideologie des nationalsozialistischen Regimes auf erschütternde Weise sichtbar.
Ruth Melcer wurde 1935 geboren und im Jahr 1944 nach Auschwitz deportiert. In dem Interview berichtete sie eindrücklich und sehr persönlich von ihren Erlebnissen in der Zeit des Nationalsozialismus. Bereits im Vorfeld hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre Fragen an die Moderatorin Frau Diehl von der Friedrich-Ebert-Stiftung einzureichen.
Besonders bewegend war für die Klasse 9a die Schilderung, dass Frau Melcer sowohl vor als auch nach solchen Gesprächen oft schlecht schlafen kann, da die Erinnerungen viele belastende Bilder wieder wachrufen. Dennoch empfindet sie es als ihre Verantwortung und Verpflichtung, von den schrecklichen Ereignissen zu berichten. Sie möchte jungen Menschen verdeutlichen, wie unmenschlich und gefährlich rechtes Gedankengut sein kann.
Abschließend äußerte sie auch ihre Sorge über aktuelle politische Entwicklungen und das Erstarken rechter Parteien. Das Gespräch hinterließ bei den Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen Eindruck und machte deutlich, wie wichtig Erinnerungskultur und demokratisches Engagement auch heute noch sind.